Patrik Ringborg, Dirigent

Patrik Ringborg Patrik Ringborg gehört mit seiner vielseitigen Konzerttätigkeit und einem breiten und weit über sein Hauptrepertoire von Wagner und Strauss hinaus reichendes Opernrepertoire von über achtzig Werken zu den meist gefragten schwedischen Dirigenten.

Geboren wurde Patrik Ringborg 1965 in Stockholm. Dort absolviert er an der Königlichen Hochschule für Musik von 1983 bis 1987 seine Studien, die er bei Strauss-Schüler Kurt Bendix erweitert. Stockholm ist auch die Stadt, in der er an der Königlichen Oper ab 1989 sein erstes Festengagement als Korrepetitor und Assistent des Chefdirigenten antritt. Bereits im Jahr zuvor hatte er an der Semperoper Dresden dem Chefdirigenten assistiert wie 1992 auch dem der Canadian Opera Toronto. In seiner Heimatstadt dirigiert der Schwede ein Jahr später erstmals selbst an der Königlichen Oper.

In diesem Jahr wechselt er ans Theater Freiburg, wo er nach einer Zeit als Kapellmeister ab 1995 die Funktion des 1. Kapellmeisters übernimmt und 1997 eine konzertante Aufführung von Salome leitet. Die gleiche Position bekleidet der Dirigent ab 1999 danach im Aalto-Theater Essen und leitet dort neben Sinfoniekonzerten über 20 Opern. Im Jahr 2000 steht Patrik Ringborg als Künstlerischer Leiter für das musikalische Programm des Kurt Weill Fest Dessau.

Nach Freiburg kehrt Patrik Ringborg 2006 zurück; jetzt in das Amt des Chefdirigenten. Zu den verschiedenen Neuproduktionen, die er am Theater Freiburg herausbringt, gehören Das Rheingold und Elektra, bis er 2007 dem Ruf nach Kassel folgt. Seither ist Patrik Ringborg Generalmusikdirektor des Staatstheater Kassels. Bis heute stand der Dirigent dort bei weit über hundert Konzerten am Pult und verantwortete fünfundzwanzig Opern-Neuproduktionen. Darunter neben Werken Richard Wagners wie Der fliegende Holländer, Die Meistersinger von Nürnberg, Lohengrin, Parsifal und zuletzt im Wagner-Jahr 2013 Tannhäuser auch die Mozart-Opern Die Zauberflöte und Così fan tutte sowie Werke von Puccini wie Manon Lescaut und Turandot.

Der Pflege des Strauss’schen Œuvre widmet sich Ringborg in Kassel 2008 mit Salome, gefolgt von den Neuproduktionen Die Frau ohne Schatten und Der Rosenkavalier. Auch dem Repertoire der klassischen Moderne bis hin zu zeitgenössischen Werken hat Patrik Ringborg sich mit Dialogues des Carmélites, Lady Macbeth von Mzensk, Aribert Reimanns Lear und Hans Werner Henzes Orpheus immer wieder gewidmet. In seinem derzeitigen Stammhaus ist er zudem Präsident der Orchesterakademie des Staatsorchesters Kassel und Gründer des Opernstudios. Als Künstlerischer Leiter führt er in Kassel die traditionsreichen Gustav Mahler Festtage weiter.

Als Operndirigent ist Patrik Ringborg nach seinem Debüt am Deutschen Nationaltheater Weimar 2004 (Werther) dem Haus fünf Jahre lang gerne als Gast verpflichtet und leitet mit Lady Macbeth von Mzensk und Tosca zwei weitere Neuproduktionen. Die Staatskapelle Weimar dirigiert er gleichermaßen bei Sinfoniekonzerten und während einer Konzertreise nach Italien. 2015 kehrte er mit Mahlers 3. Sinfonie nach Weimar zurück.

Zu den Häusern, in denen Ringborg als Operndirigent gastiert, zählen auch die Wiener Volksoper, die Semperoper Dresden, die Deutsche Oper Berlin und die Oper Köln, wo er 2010 Der Rosenkavalier leitet in den legendären Abschiedsvorstellungen von Dame Kiri Te Kanawa. Ebenfalls 2010 dirigiert Ringborg als Gastspiel der Königlichen Oper Stockholm Elektra bei den Opernfestspielen in Savonlinna und an der Norwegischen Nationaloper feiert Ringborg nach Elektra (2009) im März 2014 mit der Neuproduktion von Don Giovanni Premiere.

Gastdirigate bringen Patrik Ringborg bisher mit anderen renommierten deutschen Orchestern zusammen wie der Staatskapelle Dresden, dem Radio-Sinfonieorchester Frankfurt, dem Sinfonieorchester des WDR Köln, dem Orchester der Deutschen Oper Berlin, dem Gürzenich-Orchester, dem Münchner Rundfunkorchester oder der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Daneben dirigierte er die Staatskapelle Weimar, die Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz, die Essener, Dortmunder, Bremer und Stuttgarter Philharmoniker sowie die Staatsphilharmonie Nürnberg. Einladungen führen ihn außerdem nach Estland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Norwegen, Spanien, Ungarn und Österreich.

Vor allem in seinem Heimatland ist Patrik Ringborg immer wieder willkommener Gast aller großen Orchester.

In Göteborg ernannte ihn die dortige Oper im Herbst 2000 zu seinem 1. Gastdirigenten. Nach dem Debüt mit Tannhäuser im Jahre 1998 folgen die Neueinstudierungen von Tristan und Isolde (2003), welche dem Göteborger Opernorchester den Opernpreis der Tageszeitung Svenska Dagbladet einbringt und Ringborg die Nominierung für den jährlichen Preis der schwedischen "Tidskriften Opera", sowie Die Walküre (2004). 2011 dann kommt die gemeinsame Premiere von Salome in der Regie von Peter Konwitschny auf die Bühne und mit der Uraufführung von Gefors’ Notorious (2015) in der Regie von Keith Warner wird die Zusammenarbeit fortgesetzt. In der kommenden Jahr wird Patrik Ringborg dort seine erste Ariadne dirigieren.

Mit den Sinfonikern der gleichen Stadt, dem Nationalorchester Schwedens, trifft Ringborg seit 2009 zusammen. Zuletzt brachten sie gemeinsam unter anderem Auszüge aus Die Götterdämmerung zu Gehör. Auch dem Musikleben seiner Heimatstadt Stockholm fühlt sich Ringborg bereits seit der Kindheit künstlerisch verbunden.

Ausgesprochene Freude bereitete es ihm, die Königlichen Philharmoniker Stockholm bei der Nobelpreisverleihung 2008 zu leiten und zuletzt Bruckners 4. Sinfonie zur Aufführung zu bringen. Im Herbst 2013 schließt er an der Königlichen Oper sein dortiges Operndebüt an mit einer Neuproduktion des Parsifal (Regie: Christof Loy) und kehrt 2016 wieder, um die Uraufführung von Daniel Börtz' Medea und das Jubiläumskonzert 490 Jahre Königliche Hofkapelle zu leiten.

Der Opernpreis der Zeitung Svenska Dagbladet wird 2014 Patrik Ringborg für die Produktionen von Parsifal und Das Rheingold in Schweden im Jahr davor verliehen. In 2015 wird Patrik Ringborg gewählt zur wichtigsten Person in der klassischen Musik in Schweden von der Zeitschrift Opus. Er ist Mitglied der Königlich schwedischen Musikakademie.


November 2016
Wörterzahl: 863

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