R. Strauss

Elektra (reduzierte Fassung) am Theater Freiburg, Februar 2007:

Höchste Zeit, vom fulminanten Orchester zu reden. Unter Patrik Ringborgs souveräner, den im Rahmen des Möglichen immer wieder fein das Terrain bereitenden Leitung wuchsen die Freiburger Philharmoniker bei dieser Nervenmusik über sich hinaus - dass auch sie beim Schlussapplaus die Bühne betraten ... war folgerichtig. Zu hören war ein überreiches Kaleidoskop der Farben. Von der lyrischen, oft kammermusikalische Regionen aufsuchenden Reduktion bis zur Kraftentladung war in bruchlosem Fließen und überaus sinnlich ausgebreitet alles im Angebot. Besonders schön die vom Kontrafagott gestützten Holzbläser. Geradezu kulinarisch klang die Musik dort, wo sich bereits der Rosenkavalier ankündigt.

Getragen von der kraftvollen, sorgfältig ausgefeilten musikalischen Interpretation des Dirigenten Patrik Ringborg ist hier ein Opernabend zu hören, der einen angreift. Besseres kann man von einer Elektra nicht sagen.

Strauss' hartkantige, hoch expressive Musik lässt keinen unberührt. Auch am Freiburger Theater nicht, wo der neue GMD Patrik Ringborg das Philharmonische Orchester zu packenden Wirkungen und feinsten Farbschattierungen auf engstem Raum führt und es dort von all dem Schrecklichen erzählen lässt, das den Menschen hier widerfuhr: von Gewalt, von Verletzungen, von Morden und von Blut.

Eine enorm schwierige Partitur, weswegen einem das, was an Ekstase ebenso wie an differenzierter Tongebung vom Philharmonischen Orchester unter der Leitung von Patrik Ringborg zu hören war, Bewunderung abbringen muss.

Am Freiburger Theater führt der neue Generalmusikdirektor Patrik Ringborg das Philharmonische Orchester zu packenden Wirkungen und feinsten Farbschattierungen und lässt es von all dem Schrecklichen erzählen, das den Menschen hier widerfuhr.

Keineswegs nur als höfliche Geste durfte es gelten, dass reicher Applaus auch das gesamte Orchester auf die Bühne rief. Schliesslich hatte Patrik Ringborg, der derzeitige Interims-Chefdirigent, aus dem Orchestergraben nicht nur einen beiläufigen Soundtrack geliefert, sondern präzise dosierte dramatische Impulse zu einem finsteren Stück Welttheater.

Hier dimmt Patrik Ringborg sein vor allem in den Bläsern kultiviert klingendes Orchester auf Geisterbahn-Dämmer, so wie er immer gestisch nah dran bleibt am Klanggeschehen. Bedächtig, ja langsam kostet er die Wahnsinnspartitur aus, setzt diszipliniert dynamische Spitzen, bleibt dabei stehts sängerfreundlich, liefert fast Feenmusik statt Antikegewitter.

In dieser behutsam geformten Szene treffen sich auch Regie und musikalische Darstellung. Denn Patrik Ringborg, der Dirigent und Interimschef, und das vorzüglich disponierte Philharmonische Orchester Freiburg ziehen die leiseren Klangwerte häufig vor. Sie vergessen darüber nicht, dass die fortgeschrittenste strausssche Oper ein Abbild der verrotteten Psychen ist und es in ihr andauernd zuckt und brodelt.

Nicht oft ist in einer Oper das Geschehen auf der Bühne so intensiv im Orchestersatz verwurzelt. In diesem Sinne war Patrik Ringborg ein straff führender und feuriger Klangregisseur vor einem hellwach agierenden Orchester. So ist in der überzeugenden Einheit von szenischer wie musikalischer Leistung diese Elektra das rundweg Spannendste, was die Freiburger Opernsparte in dieser Spielzeit bislang zuwege gebracht hat.

... eine überaus filigrane, ungewohnt zerbrechliche Struktur.

Das passt gut zum Dirigat von Chefdirigent Patrik Ringborg. Er führt das Philharmonische Orchester von Höhepunkt zu Höhepunkt, kontrolliert aber Rausch und Ekstase wie ein Psychoanalytiker am Pult. Strauss hätte seine Freude gehabt an soviel Empfindsamkeit gegenüber seinem "ohnehin so laut komponierten" Stück. Ein Abend der wohltuenden Überraschungen...

Das wirklich Erlebenswerte liegt hier primär im Musikalischen. Größte Hochachtung für Patrik Ringborg am Pult, der mit Disziplin, Furor und brillanter Feinzeichnung auch mit auf "normalere" Größe reduziertem Orchester (fast ohne Verluste) diese große, gewaltige, ja ihrerseits berserkerhafte Oper realisiert. Hut ab.

Am Ende zaubert das Philharmonische Orchester eine Walzerdekadenz, die bereits an den Rosenkavalier denken lässt. Zum großen Premierenjubel kommen Patrik Ringborg und seine Musiker geschlossen auf die Bühne und lassen sich feiern. Recht so.

Das Philharmonische Orchester zaubert hier eine Walzerdekadenz, die bereits an den Rosenkavalier denken lässt. Zuvor hatte Patrik Ringborg mit seinem Orchester diese Elektra um die Zwischentöne ergänzt, die bei Bieitos kontrastreichem Zugriff vielleicht etwas verloren gegangen sind. Und war wie bei den Agamemnon-Paukenschlägen immer zur Stelle, wenn die Handlung vom Orchestergraben aus dramatisiert wird. Weich klingt der Posaunenchor beim Erscheinen Orests, edel tönen die Holzbläser beim gegenseitigen Erkennen der Geschwister.

Erfreulicherweise konnte man auch folgende, wie wir finden, fachmännisch fundierte Aussage lesen: Aber zumindest einen fulminanten Erfolg konnte die Oper in der vergangenen Spielzeit verzeichnen. ... Die Elektra wurde unter Ringborgs flexibel sängerfreundlichem Dirigat auch musikalisch zum Saisonhöhepunkt.

Elektra an der Norwegischen Nationaloper, Oslo, Mai 2009:

... Besonders interessant aus schwedischer Sicht ist außer Resmark auch Patrik Ringborg, der galant das Riesenorchester zügelt. Das Ergebnis ist suggestiv und stark. Unter der Leitung Ringborgs atmet das ganze Haus Elektra und mit Gänsehaut kann man sich darüber freuen, dass er nicht erlaubt, dass die Musik nebensächlich wird. Sie nimmt Platz, aber immer mit den Sängern abgestimmt. Sie pulsiert wundervoll zwischen Delikatem und Bombastischem wie die Nabe eines Paradoxen. Meine Worte reichen nicht aus, aber Elektra fasst es fein zusammen: 'Schweig, und tanze. Alle müssen herbei!'

Vom großen Orchester fest umschlossen, wird eine Musik, weit entfernt vom Puritanischen, geboten. Die über 100 Musiker im Orchestergraben erschaffen einen ergiebigen Klang, und unter dem Dirigenten Patrik Ringborg klingt der Orchestersatz intensiv sowohl in den siegesjubelnden Wandlungen, in den dünneren und mehr verletzlichen Augenblicken, sowie in den übrigen, fein nuancierten Schilderungen von starken Menschengestalten.

Vom großen Orchester fest umschlossen, wird eine Musik, weit entfernt vom Puritanischen, geboten. Die über 100 Musiker im Orchestergraben erschaffen einen ergiebigen Klang, und unter dem Dirigenten Patrik Ringborg klingt der Orchestersatz intensiv sowohl in den siegesjubelnden Wandlungen, in den dünneren und mehr verletzlichen Augenblicken, sowie in den übrigen, fein nuancierten Schilderungen von starken Menschengestalten.

... Patrik Ringborg hat die gewaltigen Orchesterklänge administriert.

... Die dramatische Musik bekommt eine Dimension mit eigenen Gesetzen, sie geht tief in unsere Seele, zerreisst unser Inneres und schafft ein Chaos der Gefühle. Ohne sie wäre das Drama nicht so wirkungsvoll. Sie verstärkt und erklärt. So gesehen bekommen wir durch diese Inszenierung einen wichtigen Beweis für die bedeutende Position der Oper als Kunstform.

Die Klänge sind ausdrucksvoll, expressionistisch, krass und schneidend. Kein bel canto, keine schönen Arien in dieser kurzen Vorstellung, die unter zwei Stunden dauert. Aber unbedingt dramatische Musik, eingesetzt mit den gekonnten Kniffen eines wahren Musikmeisters. Meisterlich! Aufregend!

Das Thema ist auch von dem Zeitgeist geprägt und verleiht der Musik Ausdruck. Es ist die Zeit der Auflösung der Normen, Freuds Psychoanalyse und Frauen in seelischem Aufruhr. All dieses wird in der Musik widerspiegelt. Es ist, als würden wir "Der Schrei" von Munch in der Welt der Musik erleben. ... Gleich vom Anfang an bei dem geradezu Schreien der Mägde über Elektras 'Wahnsinn' ist der musikalische Ausdruck stark, und es sind auch keine einfachen Aufgaben, die selbst die scheinbar kleineren Partien haben. Wir dürfen auch nicht den Einsatz eines mehr als 100-Köpfigen mächtigen Orchesters im Graben vergessen. Orchester und Akustik bekommen volles Lob: Wie es klingt!

Patrik Ringborg dirigierte aufregend ein spielfreudiges Orchester.

... der Saal zeigt sich im reichen Klang von seiner besten Seite.

Gigantisches Orchester

Der Orchestergraben bereitet Platz für ein Riesenorchester mit 103 Musikern. Der Komponist verwendet u.a. acht Klarinetten und eine Reihe anderer Bläser. Ein Großteil der Handlung findet im Orchester statt, und die virtuose Partitur präsentiert und vertieft die Charaktere.

Der schwedische Dirigent Patrik Ringborg holt aus dem Orchester das Beste heraus. Es schwingt mit in den vielen heftigen und nuancierten Ausbrüchen. ... Es ist eine enorm reiche Partitur, vereint mit einer intensiven, fast hysterischen Handlung - expressionistische Oper am Höhepunkt der Wildheit.

Das Riesenorchester mit 103 Musikern lässt einen makellosen Klang aus dem Orchestergraben emporsteigen.

Das Orchester war am interessantesten in der Aufführung, die ich besuchte. Der Dirigent Patrik Ringborg entfaltete die Komplexität der Partitur und das Orchester antwortete mit strahlendem Spiel.

Ein über hundertköpfiges Orchester schafft hoch spannungsvolle, dicht gewebte Klänge und Leitmotive, die den mentalen Schwingungen der Operncharaktere folgen. ... Aber das Orchester lässt sie [Elektra] durch und zeichnet durchweg Strauss extreme Kontraste auf vorbildliche Weise.

Richard Strauss' tragische Oper Elektra in Oslo ist eine Co-Produktion mit der Deutschen Oper am Rhein und musikalisch gesehen ein fantastisches Ereignis, wodurch die Norwegische Nationaloper sich eine bedeutende Position in der internationalen Opernwelt verschafft. ... An der Spitze des sehr großen Orchesters der Norwegischen Oper stand der Dirigent Patrik Ringborg. ... Das Orchester spielte prachtvoll, die Sänger sangen großartig, es war ein Erlebnis auf höchstmöglichem Niveau. BRAVO.

Eine intensive Elektra in Oslo

An der Osloer Oper hat man in diesem Frühsommer noch ein paar Mal die Gelegenheit, Musikdramatik im wahrsten Sinn des Wortes zu erleben. Die letzte Oper im Großen Haus in dieser Spielzeit ist nämlich Richard Strauss' Elektra aus dem Jahr 1909, eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Oper am Rhein und ein Beispiel dafür, wie das neue norwegische Opernhaus internationale Stars lockt - hier u.a. die Schweden Patrik Ringborg und Susanne Resmark, die Königin Klytämnestra verkörpert. ...

Das Opernorchester unter Patrik Ringborgs Führung ist ebenso wie die Gestalt der Elektra stets präsent und zeigt die ganze Vorstellung hindurch in jeder Situation eine unbezwingliche Kraft.

Elektra beim Gastspiel der Königlichen Oper Stockholm bei den Opernfestspielen in Savonlinna, Finnland, Juli 2010:

Richard Strauss' Elektra ist eine großartige musikalische Großtat der Königlichen Oper Stockholm. Die Finnische Nationaloper hätte keine entsprechende hyperdramatische Höchstleistung mit finnischen Kräften hervorbringen können. ...

Elektra ist wie eine sinfonische Oper aufgebaut. Aus der Spannung zwischen Elektras aggressivem und Chrysothemis' lyrischem Thema heraus wächst ein gewaltiger, expressionistischer Ausbruch und ein sinfonisches Drama. Die Königliche Hofkapelle unter Patrik Ringborgs Leitung zeigte sich in den peinlich schweißtreibenden Verhältnissen in Olavinlinna als ein virtuoses und farbenglühendes, düster dramatisches und singend sensitives Opernorchester auf höchstem Niveau.

Der Hass, die Wut und die Angst in Elektra wurden mit berauschender Überzeugungskraft entladen. In der Musik glühte ebenso eine lyrische und sinnliche Schönheit, die in seltsamer Weise Strauss' folgende Oper, den komischen, romantischen Rosenkavalier, ankündigt.

Patrik Ringborg holt das Äußerste aus dem Orchester hervor. In den allerlautesten Fortepassagen verlangt er noch ein bisschen mehr, die Glücksmomente zeichnet er zärtlich. Alles wird aus dem tiefen Blech und dem großen Schlagzeugarsenal herausgeholt. Die große Struktur kulminiert in den tragischen, jubelnden Tanz am Ende.

Elektra Staatstheater Kassel, Februar 2017:

Neben den feinen Gesangsleistungen des Ensembles und der Opernchores ist es das von Patrik Ringborg hervorragend disponierte Staatsorchester, das diesen Abend zu einem musikalischen Erlebnis macht. In der letzten Premiere seiner Kasseler Amtszeit gelingt es dem GMD, mit suggestiv gestaffelten Tempi und einer komplexen Klangregie einen hypnotischen Musikstrom zu erzeugen. Das Riesenorchester (unter anderem mit sechs Trompeten!) agiert in feiner Nuancierung (etwa in der fahlen Klytämnestra-Szene), steigert sich am Ende aber auch zu wahrlich extremer Klanggewalt.
Heftiger Beifall des begeisterten, aber auch mitgenommenen Premierenpublikums.

Das Kasseler Theater hat Platz für ein beindruckendes, vollzähliges Orchester, sicher von Patrik Ringborg gelenkt in dieser, seiner letzten Produktion nach 10 Jahren als Generalmusikdirektor in Kassel. Ein hochrangiges musikalisches Erlebnis.

So wie diese großartige szenische Umsetzung den Zuschauer mit Hochspannung bannt, zieht Patrik Ringborg ihn vom Pult aus in einen geradezu atemberaubenden musikalischen Sog. Dabei betont er mit oftmals gedehnten, aber nie überdehnten Tempi vor allem die harmonischen Anteile der Partitur, lässt deutlich die Anklänge zur Frau ohne Schatten und auch zum Rosenkavalier hören, schwelgt nicht nur in Chrysothemis‘ Sehnsüchten, sondern arbeitet auch die sanften Anteile Elektras heraus. Umso prägnanter wirken dann die scharfen und harten Klänge. Orests Auftritt, der wie oben beschrieben schon szenisch grandios ist, begleitet er mit einem Tubablasen wie zum Jüngsten Gericht. Das Orchester ist bestens disponiert und setzt das Konzept seines GMDs hochkonzentriert in leidenschaftliche Klänge um. Es ist Patrik Ringborgs letztes Opernpremieren-Dirigat als GMD in Kassel, ein Dirigat, mit dem er in bester Erinnerung bleiben wird.
Ein szenisch wie musikalisch ganz großer Opernabend! Psychoanalytisches Musiktheater vom Feinsten und Spannendsten.

r als GMD scheidende Patrik Ringborg liefert dazu einen durchweg großformatigen und doch stimmenfreundlichen Strauss.

Spätestens ab dem Elektra-Auftritt überzeugte Patrik Ringborgs Dirigat mit allerhöchster Konzentration. Das Orchester hat in den vergangenen Jahren erheblich an Spielqualität und-sicherheit gewonnen. Für den Generalmusikdirektor Ringborg war es die letzte Kasseler Premiere, weshalb er beim Schlussapplaus als Einziger Blumen erhielt. Allemal ein verdienter Strauß für diesen Strauss.

Die Partitur ist eine der anspruchsvollsten für ein Opernorchester und seinen Dirigenten. Das Staatsorchester unter der höchst konzentrierten Leitung Patrik Ringborgs entledigt sich dieser Aufgabe mit Bravour. Ein großer instrumentaler Fluss ergießt sich durch das Opernhaus, reißend, vorwärtsdrängend, dabei immer gut binnenstrukturiert.

Der scheidende Generalmusikdirektor Patrik Ringborg sorgt am Dirigentenpult für einen nie nachlassenden Strom glühender, peitschender, erregender Klänge, die sein Orchester spannungsreich und mit hoher Konzentration präsentiert. Ein fesselnder Opernabend, der sich tief in die Erinnerung einbrennen wird.

Die Frau ohne Schatten am Staatstheater Kassel, Mai 2014:

Regisseur Michael Schulz und Dirigent Patrik Ringborg machen die Strauss-Oper Die Frau ohne Schatten in Kassel zum Ereignis.

Mitten im Ersten Weltkrieg schrieben der Komponist Richard Strauss und der Dichter Hugo von Hofmannsthal die Oper Die Frau ohne Schatten, eine märchenhaft-verrätselte Feier der Ehe und der Bereitschaft, Kinder zu gebären. In was für eine Welt diese Kinder gesetzt werden, wird dagegen nicht thematisiert. Doch genau danach fragt Regisseur Michael Schulz (48) in seiner Inszenierung dieser gut vierstündigen Monumentaloper, die erstmals seit Jahrzehnten wieder in Kassel zu erleben ist. Und die, nicht zuletzt auch wegen ihrer großartigen musikalischen Umsetzung, im fast ausverkauften Opernhaus heftig gefeiert wurde. ...
Als Fest der Stimmen mit fünf tollen Protagonisten sorgte Die Frau ohne Schatten in Kassel bei der Premiere für Begeisterung. ...

Wenige Opern, auch von Richard Strauss selbst, leben wie diese von der Kraft des musikalischen Moments. Generalmusikdirektor Patrik Ringborg vermochte es, die gewaltigen Eruptionen, die Klänge von betörender Süße und die beredte Konversationsmusik zu einem überwältigenden Musikstrom zu verbinden und den Riesenapparat aus großem Orchester, Sängern und Chören zu einer Spitzenleistung zu animieren. Beifall, Bravos, Standing Ovations waren der verdiente Lohn.

Im Schatten des Weltkriegs

... Erfreulich, dass die Sängerinnen und Sänger Anhaltspunkte dafür geben, an welcher Stelle der Handlung sich das Stück befindet. Allen gemein ist die großartige Verständlichkeit. Eine Aufführung, in der man wirklich mit Fug und Recht auf die Übertitel hätte verzichten können. Das kommt nicht oft vor. ...
Patrik Ringborg arbeitet die dialogische Funktion der Musik in diesem Strauss-Werk mit dem Staatsorchester Kassel großartig heraus. Der Nachklang der Stimmen in der Musik ist glanzvoll. Auch die Balance zwischen Bühne und Graben gelingt ganz überwiegend. Mit viel Verve – über vier Stunden! – leitet Ringborg Musiker, Sänger und Choristen gleichermaßen engagiert an. So entsteht im Zusammenspiel zumeist Genuss pur.
So wird im Zusammenspiel aus der Frau ohne Schatten an diesem Abend ein Strauss-Fest, ohne dass die Inszenierung allzu sehr stört. Das sieht auch das Publikum im nahezu voll besetzten Haus so. Die Bühnenakteure und Musiker werden – auch stehend – heftig beklatscht und mit heftigem Gejohle und zahlreichen Bravo-Rufen gefeiert.

Der Schatten der Übermächte im Lichte der Musik

Ein Opernhaus, das sich zum Richard Strauss-Jahr an die Frau ohne Schatten wagt, muss schon allerhand gute Voraussetzungen beisammen haben. Der größte, 1919 in Wien uraufgeführte Opernbrocken des kongenialen Duos Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal braucht es nicht nur im Graben großformatig und sensibel, sondern auch auf der Bühne fünf erstklassige Protagonisten. …
In Kassel war nun erfreulicherweise alles für eine erfolgreich Suche nach einem Schatten für die Kaiserin beisammen. Das fängt an mit einem exzellenten Staatsorchester, dem Patrik Ringborg nicht nur den dämonischen Zauber und das lyrische Innehalten bei feinen Streichersoli entlockte. Er dosierte den gewaltigen Apparat auch so, dass der Abend zu einem Fest der Stimmen geraten konnte. Ulrike Schneider etwa hat mittlerweile so viel an dramatischem Format zu ihrer nach wie vor geschmeidigen und wohltimbrierten Stimme hinzugewonnen, dass sie ihre diabolische Amme auch vokal bei jeder kleinen Zauberei und großen Intrige beglaubigte. Als wuchtiger Erscheinung eines Militärs stemmte Ray M. Wade Jr. seinen Kaiser in sicher strahlende Höhen. Die schlank und zart wirkende und sich zum fühlenden Menschen wandelnde Kaiserin von Vida Minkeviciute verblüfft geradezu mit der Mühelosigkeit ihrer kraftvoll dramatischen Höhe. Als Barak trägt Espen Fegran die Bürde des unerschütterlich guten Menschen mit anrührend sonorer Stimme, während es Stephanie Friede gelingt, der Färberin bei all den hysterischen Ausbrüchen einer frustrierten Frau immer eine Restzuneigung für Barak zu bewahren, so dass ihre Wendung hin zu ihm am Ende durchaus glaubwürdig ist. Da auch alle weiteren Rollen mit Sorgfalt besetzt und die Chöre voll bei der Sache waren, ist aus Kassel ein voller musikalischer Erfolgt zu vermelden. …
Jubel in Kassel für eine rundum gelungene Frau ohne Schatten!

... Da muss jedes Instrument genau wissen, welche Funktion ein Ton gerade im Gesamtklang hat. Und wenn die Farbigkeit und Klangvielfalt über diese lange Zeit immer wieder überrascht und wenn das Orchester in den instrumentalen Teilen so anschaulich und so schön erzählt, dann muss man auch dem Orchester ein großes Lob aussprechen. Beim Generalmusikdirektor Patrik Ringborg fand ich besonders beeindruckend, wie er die Übergänge gestaltet, sei es ein neues Tempo, seien es dynamische Entwicklungen, aber auch Übergänge der Klangfarbe. Das kann er wirklich meisterhaft und das Kasseler Publikum hat diese insgesamte Leistung gestern honoriert mit einem wirklichen Begeisterungssturm für alle Beteilgten.

Gefeierte Premiere von Die Frau ohne Schatten im Staatstheater Kassel

Die Oper Frau ohne Schatten von Richard Strauss ist ein ganz großer Wurf: Nie komponierte der Spätromantiker etwas Großartigeres, Gelungeneres als diese Oper. Hugo von Hofmannsthal schuf das Libretto und verwob verschiedene Märchenstoffe zu einem Text von symbolischer Kraft: Ein Musikdrama von hochverdichteter Textur ging somit am Sonnabend über die Bühne des Staatstheaters Kassel. Das Premierenpublikum ließ sich begeistern von der in Kooperation mit dem Musiktheater im Revier Gelsenkirchen entstandenen Produktion und feierte Sänger, Orchester und Regieteam in lang anhaltenden Ovationen. ...
Musikalisch überzeugt der Premierenabend auf ganzer Linie: ... Mit Patrik Ringborg hat zudem ein ausgewiesener Wagner- und Strauss-Experte die musikalische Leitung: Er lässt das Staatsorchester Kassel zuweilen mächtig aufbrausen, legt ihm für die kammermusikalischen Passagen die Zügel an und generiert insgesamt einen Orchesterklang von berauschendem Farbenreichtum.

Wie Kanonendonner hallt aus dem Graben das blechschwere Motiv des Geisterkönigs. Mit martialischer Wucht durchfährt der finstere Dreiklang alle Glieder, und als der Vorhang sich hebt und der Kaiser in wilhelminischer Prachtuniform auftritt, ist schon klar, dass Regisseur Michael Schulz die Frau ohne Schatten, das musiktheatralische "Schmerzenskind" von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal, in dessen Entstehungszeit, den Ersten Weltkrieg, verlegt hat. In Kassel wuchtet das Staatstheater das nicht nur ob seiner Opulenz heikle Werk auf die Bühne – und hat nach fast fünfstündigem Premierenabend den triumphalen Erfolg beim Publikum wahrhaft verdient. Chapeau!

Ein wenig fühlt man sich da an alte Thüringer Tage erinnert, denn Schulz, ehedem Operndirektor am DNT, hat wie in seinem schon legendären "ring in weimar" die Metaphern und Chiffren aus Strauss Märchenoper in einen plausiblen, ganz irdischen Realismus übersetzt und zu einer eigenen Aussage - einem berührenden Plädoyer für die Institution der Ehe und der Familie – geformt, während Generalmusikdirektor Patrik Ringborg, ein oft und gern gehörter Gast in Weimar, luziden Klangsinn und eine enorme dramatische Präsenz walten lässt. Da steht auch die brillant einstudierte StaatskapelleKassel der Weimarer in nichts nach.

… Begeistert applaudiert ein qua Empathie geläutertes Publikum und spart nicht mit Bravos – nicht allein für das Regieteam. GMD Patrik Ringborg hat souverän ein romantisches Gedicht dirigiert, wunderbar durchhörbar, agogisch ausgefeilt und mit enormer Delikatesse. ... Somit lohnt sich die Reise nach Kassel auf alle Fälle – nicht nur, um nochmal von alten Zeiten zu träumen. ...

Zu den optisch stärksten Momenten – Bühne: Dirk Becker, Kostüme: Renée Listerdal – gehört die Aufmachung des Falken (prägnant: Lin Lin Fan) in einer roten Pilotenuniform, die auch zeigt, wie konsequent und in sich schlüssig Schulz alles aus dem Kriegsszenario entwickelt. Weitaus mehr überzeugt trotzdem die musikalische Realisation.

Generalmusikdirektor Patrik Ringborg gestaltet mit dem Staatsorchester Kassel einen fein differenzierten, auch mal mächtig anschwellenden Klangstrom, ohne die Sänger akustisch zu überdecken. Grandios sind die fünf Hauptprotagonisten – allen voran Ulrike Schneider. … Das Premierenpublikum bejubelte zu Recht Sänger, Dirigent und Orchester.

Aber die Schatten, gegen die Schirmer mit seiner bislang überzeugendsten Leipziger Einstudierung mit dem Gewandhausorchester im Graben antrat, kommen nicht alle aus so weiter Ferne. Giuseppe Sinopolis Dresdner Großtat liegt noch nicht ganz so lange zurück. Und dass der amtierende Statthalter des letzten großen Spätromantikers auf Erden, Christian Thielemann, sich die Strauss-Butter von niemandem (und schon gar nicht in Leipzig) vom Brot nehmen zu lassen gedenkt, hat er erst vor zwei Jahren in Salzburg klargemacht. Dann ist da auch noch Kirill Petrenko in München. Und, als Überraschung aus dem Mittelbau der deutschen Theaterlandschaft, ein überragender szenisch wie musikalisch-vokaler Schatten-Wurf aus Kassel, den Michael Schulz (vormals erfolgreicher Weimarer Ring-Schmied und jetzt der Chef in Gelsenkirchen) und der Generalmusikdirektor Ringborg bis nach Leipzig werfen.

Patrik Ringborg führt das Staatsorchester stringent durch die mystischen Abgründe der Partitur – als Klangkörper von großer Harmonie im Zusammenspiel und mit vielen packend zelebrierten Strauss‘schen Klangbildern: Er sieht diese Oper als eine musikalische Zauberoper. ... Vor allem die musikalisch sehr engagierte Umsetzung wird vom Publikum mit lang anhaltendem, oft heftigem Applaus goutiert.

Die Musik erklingt, von Patrik Ringborg kongenial umgesetzt (wie ich es noch nie so bewusst gehört habe), für mich ganz in dem Zeitkontext. ... Die hohe Qualität dieser ambitionierten Opernproduktion kam insgesamt vor allem durch die vollkommen überzeugende Regiearbeit mit einer tollen, genau auf die Musik ausgerichteten Personenführung und die hervorragende musikalische Leistung des Orchester unter Patrik Ringborg zustande, der es schaffte, die wunderbaren Details liebevoll präzise zur Geltung zu bringen und dazu einen großen Gesamtbogen zu spannen, ohne die zum Teil betörende Schönheit zu missachten. Dabei überdeckt das Orchester nicht die Sänger, sondern trägt sie. ... Und damit überzeugte mich dieser mitreißende Premierenabend sogar mehr als die luxuriöse Aufführung unter Christian Thielemann...

Der Rosenkavalier an der Oper Köln, April 2010:
Die Parallelität der Situation ist unübersehbar. Auf der einen Seite die Marschallin, die im Überschwang des nächtlichen Liebesabenteuers mit Octavian bei Wahrnehmung ihres eigenen Alters in einem plötzlichen Gefühlsumschwung die Zeit als ein "sonderbar Ding" reflektiert: "Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts. Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie."

Auf der anderen Seite die Interpretin der Marschallin, die neuseeländische Star-Sopranistin Dame Kiri Te Kanawa. Als Tochter eines Maori-Vaters und einer irischen Mutter führte eine großartige Opernkarriere sie schnell ganz weit nach oben auf die großen Opernbühnen der Welt. Mehrere Jahrzehnte lang arbeitete sie dort zusammen mit den besten Orchestern und Dirigenten - ein Werdegang, der sich unter künstlerischem Gesichtspunkt wohl kaum noch steigern lässt.

Nun aber werden Vermutungen laut, die Künstlerin habe ihre drei Bühnenauftritte in der Kölner Oper bewusst gewählt, um sich aus der internationalen Opernwelt musikalisch zu verabschieden. Ein Entschluss, der bei ihrer geradezu liebevollen Verbundenheit mit dem Kölner Opernpublikum über die Jahre hinweg auch sofort einleuchtet. Und doch ist es vorerst nur eine Pressemitteilung, die von der Sängerin nicht bestätigt wird. Was sollte es - ähnlich wie bei der Marschallin - schon schaden, sich für alle Fälle ein Hintertürchen offen zu halten?

So endet die erste der beiden Kölner Rosenkavalier-Aufführungen in einem wahren Triumph. Fast so, als wollten ihre Verehrerinnen und Verehrer mit ihren anhaltenden Beifallskundgebungen sie nicht allein für ihre einfühlsame sängerische Leistung sowie ihre geradezu unglaubliche Bühnenpräsenz belohnen. Hier legt sich vielmehr der Eindruck nahe, als fordere man sie indirekt auf, allen Gerüchten um ein baldiges Ende ihrer Karriere doch energisch entgegen zu treten. ...

Der Dank des Publikums gilt natürlich auch dem Gürzenich-Orchester Köln und seinem Gastdirigenten, dem Schweden Patrik Ringborg. Als Generalmusikdirektor am Staatstheater Kassel gab er mit diesem Rosenkavalier sein Hausdebüt an der Oper Köln. Mit starker Präsenz und musikalischem Feingefühl empfahl sich der noch sehr junge Dirigent nicht nur als Strauß-Interpret, sondern auch für weitere Einladungen des Hauses.

Insgesamt eine "runde" Inszenierung von Günter Krämer, dem langjährigen Generalintendanten der Kölner Bühnen und dazu ein Opernabend, der nicht nur Maßstäbe setzte, sondern auch der Dame Kiri Te Kanawa den Rückzug von der Opernbühne - wenn er denn kommen sollte - zweifellos erleichtert haben dürfte.

Im Mittelpunkt des Rosenkavaliers am Karsamstag stand (und steht nochmals am 17. April) die neuseeländische Sopranistin Kiri Te Kanawa. Sie ist eine Lady vom Kopf bis zu den Zehenspitzen, und ihre blendende Erscheinung lässt an die Tage einer Lisa della Casa zurückdenken. ...

Bei der von Patrik Ringborg stürmisch, aber auch sehr feinfühlig dirigierten Aufführung nahmen sich die anderen weiblichen Protagonisten gleichfalls hervorragend aus (Claudia Mahnke/Octavian, Jutta Böhnert/Sophie). Einen sensationell guten Ochs gab Bjarni Thor Kristinsson.

Das Gürzenich-Orchester Köln ist vielleicht nicht ein Weltorchester ... aber Dirigent Patrik Ringborg brachte es dazu, eine sehr klare und perfekt balancierte Aufführung zu präsentieren, bei der die strukturelle Transparenz in der Tat war bewundernswert.

Mit einem wahrhaft würdigen und auch denkwürdigen Opernabend verabschiedete sich Dame Kiri Te Kanava von ihrer großen Bühnenkarriere. Sie sang zum letzten Mal die "Marschallin" im Rosenkavalier, eine der Rollen, mit der sie der Opernwelt und besonders auch ihren Kölner Fans wahrscheinlich am eindrucksvollsten in Erinnerung bleiben wird. Einen passenderen Anlass als die Kölner Inszenierung hätte sie zur Zeit wohl auch kaum finden können, denn der Abend gestaltete sich zu einem absoluten Höhepunkt der Opernsaison.

Die gesamte Besetzung (Claudia Mahnke, Bjarni Thor Kristinsson, Machiko Obata, Ulrich Hielscher u.a.), stimmlich wie darstellerisch, Orchester (Leitung: Patrik Ringborg) und Bühnenbild (Günter Krämer) hätten gelungener nicht sein können. Harmonie in ihrer Höchstform, gekrönt von einer hinreißenden, eleganten und wunderschönen "Marschallin" in zauberhafter Robe (Falk Bauer), die alle mit ihrer Ausstrahlung und Stimme betörte. Nicht umsonst gab es am Ende an die 20 Minuten lang stehende Ovationen mit unzähligen Vorhängen des vollen Hauses, untermalt von lauten und einstimmigen Begeisterungsrufen.

Das Publikum war zum Teil von weither angereist. Ein Kenner und Opernliebhaber war auf der Durchreise nach Mailand zu Placido Domingo an der Scala am Folgetag, und wegen der Aschewolke musste er direkt nach dem Schluß des Rosenkavaliers zum Bahnhof eilen, um seinen Zug noch zu erreichen, ohne den Beifall noch miterleben zu können. Ansonsten hätte er, wie ursprünglich geplant, in der Frühe den Flieger genommen. Zum Glück war keiner der Sänger davon betroffen, hatte doch schon am Nachmittag die Verleihung des Opernpreises wegen des Vulkanausbruchs, bzw. des daraus resultierenden Flugverbots ausfallen müssen.

Kurzum: Eine unvergessliche Aufführung auf höchstem Niveau, wie zu den Glanzzeiten der Kölner Oper.

Eine Sternstunde im Kölner Opernhaus

Die Inszenierung von GÜNTER KRÄMER stört nicht, stellt die Handlung in abstrakte, ästhetische Bilder, greift aber nicht psychologisch ein und entbehrt so vieler Nuancen. Den Sängern ist es weitgehend selbst überlassen, daraus etwas zu machen.

Und so hatte man Glück, gleich eine Phalanx von erstklassigen Rolleninterpreten erleben zu können.

Das Augenmerk war sehr auf Dame KIRI TE KANAWA gerichtet, die vor Zeiten im Kölner Ensemble war, und nun nach ihrer unvergleichlich internationalen Karriere ihren sängerischen Abend wieder dort feiert. Mit Stilgefühl und kluger Einteilung gelingen ihr vor allem die Piani berückend, und auch sonst strahlt sie delikate Grazie und Verletzlichkeit aus. Der eigentliche Star des Abends aber war CLAUDIA MAHNKE als Oktavian. Ihr Timbre ist so reichhaltig, ihre Phrasierung exorbitant und ihr Spiel natürlich und dennoch konturiert. Als hätte Strauss für sie geschrieben, schöpft sie alle Farben dieser Paraderolle aus. JUTTA BÖHNERT als dritte im Frauenbund, als Sophie hat es da schwerer. Zwar singt sie sehr kontrolliert und auch mit feiner Führung, dennoch fehlt ihr das frei Schwebende. Eher bescheiden, unscheinbar legt sie ihre Rolle an. Das Terzett am Schluss aber wird zum Ereignis sondergleichen.

BJARNI THOR KRISTINSSON ist ein fundamentales Gegengewicht zu diesem grazilem Trio. Polternd, vorlaut und derb nimmt er sich als Baron Ochs, was er braucht, ohne groß zu philosophieren. Stimmlich ist er ideal als schwerer Bassbuffo besetzt, so hat er auch mit den Extremen seiner Rolle keine Schwierigkeiten. Der schwer überfordert spielende Faninal von JAN BUCHWALD ist ein wunderbarer Charakter mit prägnantem Bariton, KATRIN WUNDSAM eine quirlige Annina, MARTIN KOCH ein intrigant störender Valzacchi. Auch der Rest des Ensembles ist mit Altbewährten wie jungen (auch Studio-) Sängern bestens aufgestellt.

Nicht enden wollende Ovationen, Bravostürme für die Protagonisten, auch Eingedenk des besonderen Ereignisses, dass Kiri Te Kanawa damit ihr Karriereende beschlossen hat. Eine unvergessen bleibende Aufführung, an der auch der flexibel agierende Dirigent PATRIK RINGBORG und das saftig musizierende Gürzenich-Orchester gewaltigen Anteil hat.

... erwies sich der Kasseler GMD Patrik Ringborg als guter Strauss-Dirigent, der die Feinheiten der Partitur zum Leuchten brachte...

Der Schwedische Dirigent Patrik Ringborg treibt mit gutem Gefühl die atemberaubende lange Serie von Wiener Walzern vorwärts.

Der Rosenkavalier am Staatstheater Kassel, Oktober 2014:

Die Hauptdarsteller krönten eine bis in die Nebenrollen feine Ensembleleistung. Der musikalische Lorbeer aber gebührt dem Dirigenten Patrik Ringborg. Er animierte das Staatsorchester zu einem äußerst farbigen und transparenten Spiel. Der walzerselige, der dramatische, der überschäumende und der kontemplative Strauss - sie gingen eine nahezu ideale Verbindung ein. Erfreulich wirkte sich auch die durch den Opernhaus-Umbau verbesserte Akustik aus. Orchester und Solisten klingen sowohl voluminöser als auch ausgewogener.
Am Ende ernteten Solisten und Dirigent den größten Beifall...

Generalmusikdirektor Patrik Ringborg und das Staatsorchester Kassel legen die musikalischen Stilschichten mit großer Plastizität frei – vom schmissigen Walzer bis zur feinfühligen Begleitung beim Monolog der Marschallin, in dem die irische Gastsängerin Celine Byrne mit dunkler Leuchtkraft das tief berührende Porträt einer noblen Depressiven gibt.

Musikalisch glänzt überwiegend das Orchester unter seinem Chef Patrik Ringborg. Wobei der weniger den Goldstaub flirren lässt oder dem massenhaft versprühten Parfüm auf der Bühne noch eine klingende Komponente aus dem Graben beifügt. Er koloriert eher das ins Schlafzimmer herein wehende Herbstlaub. Konzentriert sich sonst aber vor allem auf die Sänger, ohne sie untergehen zu lassen.
Bei denen schwebt die wunderbar zart und zugleich kräftig leuchtende Celine Byrne als Feldmarschallin über allem. Nicht nur ihr Sinnieren über die Zeit ist eine Glanzleistung. Wobei die spielfreudige Maren Engelhardt als Rosenkavalier(in) und auch Lin Lin Fan als zarte Sophie im großen Terzett am Ende zu einer wunderbar schwebenden und betörend verflochtenen Einheit finden und damit den vokalen Härtetest noch jeder Rosenkavalier-Aufführung glänzend bestehen.

Patrik Ringborg und dem Kasseler Staatsorchester gelingt ein richtig guter Strauss-Sound, einerseits in den entsprechenden Passagen sehr wienerisch, sehr walzerig, dann aber auch immer wieder die Mozart-Zeit verfremdend, übermalend, zart in der Begleitung mit Zugriff in den rhythmisch geprägten Sequenzen. Das klingt wirklich sehr, sehr gut, also musikalisch eine tadellose Produktion.

Dirigent Patrik Ringborg hält den großen Apparat souverän zusammen und lässt sein sehr engagiertes Orchester bis hin zu kammermusikalischer Transparenz zurücktreten, aber auch selbstbewusst und volltönend auftrumpfen.
Viereinhalb Stunden einschließlich zweier Pausen dauert dieser Rosenkavalier. Doch der begeisterte Schlussapplaus, in den sich einige Buhrufe gegen das Regieteam mischten, zeigte keine Spuren von Müdigkeit.

… Gleichfalls auf hohem Niveau die musikalische Realisation der Kasseler Aufführung. GMD Patrik Ringborg bietet eine bis ins kleinste Detail ausgezeichnet durchgeformte Wiedergabe der Partitur, bei der schon das einleitende Vorspiel ein Niveau erreicht, das die Aufführung nachhaltig auszeichnen wird. Dass Ringborg die melancholischen Passagen der Musik extrem auskostet, teilweise bis zu einem tendenziellen Zerdehnen der Musik, tut dem positiven Gesamteindruck keinen Abbruch. Hier stehen die zügigen, motorischen Elemente der Musik, die dynamischen Zuspitzungen stärker abgegrenzt neben den ruhigeren Passagen, als man das manch anderes Mal erleben kann. Für sich genommen durchaus beeindruckend. Klanglich zeigt sich das Orchester des Staatstheaters Kassel von seiner besten Seite – ein Rosenkavalier, der Spass macht.

Zunächst breitet das Staatsorchester Kassel unter der souveränen Leitung von Patrick Ringborg das musikalische Fundament aus. Wie in ein Mycel verflicht er bis in die hintersten Instrumentalgruppen Strauss ureigene Musiksprache, die beständig Sporenschwaden von Wiener Walzeranklängen aus dem Graben aufbrechen lässt... In diesem Rosenkavalier, den neben perfekt ausgeführten Hauptrollen eine überzeugende Ensembleleistung ausmacht, dehnt sich die Liebe ins 21. Jahrhundert. Sie ist eben überzeitlich und universal. Wie die Musik.

Die feinsinnige Ausdeutung der Partitur durch Patrik Ringborg, die sämtliche alten Meister als Grobmechaniker erscheinen ließ, dürfte etliche Traditionalisten für entgangene vertraute oder vermisste Reize auf der Bühne entschädigt haben.

Trotz einiger Widrigkeiten im Vorfeld (wegen Umbauarbeiten im Opernhaus musste die Premiere um einen Tag verschoben werden) geriet die Premiere der Neuinszenierung von Lorenzo Fioroni unter der musikalischen Leitung von Patrik Ringborg zu einem umjubelten Erfolg. ...
Musikalisch aber ist den Solisten wie dem Staatsorchester ein herausragendes Niveau zu attestieren. Friedemann Röhlig verkörperte mit seinem tragenden, vielschichtigen Bass überzeugend einen überaus witzigen Ochs. Stimmlich wunderbar aufgelegt auch Celine Byrne als Marschallin, ebenso die auch darstellerisch sehr flexible Maren Engelhardt als Octavian sowie Lin Lin Fan als Sophie. Beide krönten ihre ansprechende musikalische Leistung mit dem ergreifenden Schlussduett. Bis in die Nebenrollen wirkte die Leistung des Ensembles homogen und souverän abgestimmt. Die musikalische Basis dafür bildete die überzeugende Leistung des Staatsorchesters. Patrik Ringborg entlockte den Musikern ein außerordentlich farbenreiches, in der Dynamik fein abgestimmtes Spiel. Strauss' facettenreiche Komposition erklang unter seinem einfühlsamen, ausgewogenen Dirigat mal walzerselig-elegisch, mal überschäumend-begeistert, dann wieder wie in sich gekehrt und ganz zurückgenommen. Verdienter Beifall für Solisten und Ensemble nach einem langen Opernabend.

Einen hervorragenden Eindruck hinterließen Patrik Ringborg und das versiert aufspielende Staatsorchester Kassel. Trefflich gelang es Dirigent und Musiker, das Auditorium in einen mächtigen Klangrausch zu versetzen, der einerseits durch große Intensität und Spannung, andererseits aber auch durch kammermusikalische Klarheit und eine hervorragende Transparenz geprägt war.

Salome im Konzerthaus Freiburg, April 1997:

Das Drama explodiert

Das Resultat war beeindruckend ... in einem Punkt hat die ... konzertante Operndarbietung einen uneinholbaren Vorzug: Man hörte erstmals in Freiburg annähernd die Originalbesetzung, die Strauss vor Augen hatte — im Orchestergraben hätte sie nimmer Platz. Das Konzertpodium als offene Klangbühne - Strauss' Geniewurf hatte freien Auslauf. Vor allem der Lyriker im Dirigenten Ringborg profitierte davon. Er favorisierte einen weichen Klang: reizte die morbiden Züge der Partitur aus, das flirrende musikalische Klima, die pastellfarben dahinrauschenden Schönheiten der Strauss'schen Musik, ihre enorme atmosphärischen Qualitäten, das latent Tänzerische, die laszive Eleganz in ihr, und das Philharmonische Orchester ergriff die vielen Möglichkeiten, sich solistisch hervorzutun, beim Schopfe. Aber auch die in immer neuen Wogen anbrandenden dramatischen Explosionen, das Orgiastische in Salomes Tanz prägten die Aufführung mit ihrer beträchtlichen Spannung, den Steigerungen auf lange Sicht.

Patrik Ringborg hatte die musikalische Leitung übernommen. Er scheint für diese Musik prädestiniert zu sein.

Leicht amüsiert könnte man sich anmerken, daß er die ganze Aufführung über jenen Tanz zeigt, den die lüsterne Stieftochter des Tetrarchen an einer bestimmten Stelle vorführt. Aber nie sind die Gebärden bloße Show; sie setzen sich in federnd-transparente Klanggestalt um: es wird deutlich, daß der Tanz in der Tat die Leitidee dieser Musik ist. Faszinierend die ausbruchartigen Steigerungen; Salomes Tanz selbst bleibt auch im orgiastischen Höhepunkt eine geschickte, interessengeleitete Inszenierung (dem Inhalt des Dramas durchaus entsprechend). Das Orchester - kurz gesagt: in Höchstform.

Salome am Staatstheater Kassel, September 2008:

Die Normalität der Extremen

... den instrumentalen Nachklang dieser Szene lässt Patrik Ringborg mit aller Strauss'scher Farbschärfe und Dringlichkeit musizieren. Und dann fahren in diese mondverhangene Dämmerwelt wie ein Blitz der lüsterne Tetrarch Herodes und seine monströse Gattin Herodias mit ihrer morbiden Party-Gesellschaft.

... Aber wie klingt es? Hier geht das Lob weiter. ... Auch das Orchester hört sich gut an. Die musikalische Leitung hat der Generalmusikdirektor Patrik Ringborg, und er weiß sehr genau, was er will, und dass ist bei dieser Riesenbeseztung der Salome-Partitur ja wichtig und auch gar nicht so einfach. ... Der große Spanungsbogen war da, und Salome ist ja wirklich ein 100-Minütiger Klangrausch mit ganz ungewohnten Klangfarben. Ich höre jetzt auf zu schwärmen - auf jeden Fall war es ein ganz triumphaler Spielzeitbeginn im Musiktheater, ein wirklich herausragende Produktion auf allen Ebenen und die kann man unbedingt und guten Gewissens empfehlen.

Salome an der Göteborger Oper, September 2011:

Mit Patrik Ringborg am Pult kann nichts anderes entstehen als eine kochende, mit Blut gefüllten Vorstellung, in der das Orchester ohne Zweifel die zweite Hauptrolle einnimmt - genau so umfangreich, wie Strauss sie haben wollte und auch in den kleinsten Details sorgfältig herausgearbeitet.

Die vokale Artikulation, die so oft in den wortreichen Konversationen der Opern von Strauss untergeht, wird in ungewöhnlicher Klarheit präsentiert.

Hier haben die Sänger Patrik Ringborg viel zu verdanken. Ihm gelingt das scheinbar Unmögliche in Salome: die Farbenpracht im Orchestersatz von Strauss mit dessen ganzen Reichtum an Details, dramatische Dynamik und psychologische Tiefe blühen zu lassen - und gleichzeitig die Sänger hervorheben. Es ist großartig!

Auch wenn die Sänger sehr gut waren, wurde das Orchester Sieger des Abends. Under der Leitung des Dirigenten Patrik Ringborg spielte es großartig und dessen Leistung war der Höhepunkt des Abends. Es hat mich auch gefreut zu sehen, dass das Orchester gebührend, d.h. auf der Bühne, gefeiert wurde.

Aber die Stärke in dieser Salome liegt selbstverständlich auch im Orchester und beim Dirigenten Patrik Ringborg. In einer Musik, in der Myriaden von Instrumentenklängen zu den aufsehenerrregendsten Tonbildern zusammen schmelzen, wurde das vielleicht wichtigste hervorgebracht - eine Durchsichtigkeit, die ihr Atem verlieh.

Das Orchester ist Richard Strauss' Hauptperson, welches im glühenden Spiel, präsentiert vom Orchester der Göteborger Oper unter Patrik Ringborg, betont wird.

Der Gesang geht vielleicht in den theatralen Effekten unter, niemals dagegen im Orchesterklang. Es gelingt dem fabelhaften Dirigenten Patrik Ringborg, aus dem Riesenorchester einen unwahrscheinlich schlanken Klang hervorzuholen.

Der Dirigent Patrik Ringborg und das Orchester der Göteborger Oper erzeugen Klang und Dynamik überaus balanciert.

Das Orchester der Göteborger Oper unter der Leitung von Patrik Ringborg spielt empfindsam und schmachtend.

Patrik Ringborg gelang es überaus gut das Wesentliche aus der komplexen Partitur, indem sowohl Klangfülle als auch dynamische Spannbreite aus dem Orchestergraben hervortrat.

In ästhetischer Hinsicht macht sich in erster Reihe die Musik geltend. ... Ein vollzähliges Orchester liefert die schönsten Klängen unter der Leitung von Patrik Ringborg.

Manchmal illustriert die Musik das Chaotische auf der Bühne, manchmal wird sie ein ergreifender Kontrast zu den entsetzlichen Geschehnissen. Strauss' farbenprächtige Musik, mit ihrer zur vorigen Jahrhundertwende neuen Klangwelt, bekommt für mich die wichtigste Rolle an diesem Premierenabend.

Patrik Ringborg führt das souveräne Orchester der Göteborger Oper von Klarheit zu Klarheit.

Ob diese für manche Besucher sicherlich schockierende Inszenierung sich zu einem Zuschauererfolg entwickelt, wird man sehen. Sie ist es aber definitiv wert, gehört zu werden. Das außergewöhnlich große 110-Mann-Orchester mit Patrik Ringborg als Dirigent vollbringt durch emotionale Eruptionen und wechselnde Klänge, Lautstärken und Tempi Großtaten an mosaikhafter, koloristischer Tonkunst.

... alles, was an Scheinwerferlicht vorhanden ist, muss auf das fabelhafte Orchester der Göteborger Oper gerichtet werden. Mit starkem dramatischen Gefühl und größter Hingabe brilliert man in der genialen Interpretation von Patrik Ringborg.


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